Umsetzung

 

Standardisierung/Modularisierung (STAMOD): In der Regel wird zunächst ein Pilotprodukt ausgewählt. Die Organisation des Produkts (funktionell, materiell) wird dargestellt. Baukasten und Regelwerk werden formalisiert und getestet ("Regeltester"). Prozesse werden über die Bereichsgrenzen hinweg gestaltet. Hier werden z.B. Vertrieb, Konstruktion, Controlling, Produktion einbezogen. Nach Zusammenstellung des Projektteams und der konstituierenden Sitzung wird das Projekt in Einzelschritte mit jeweiligen Ergebnissen gegliedert. Insbesondere die Kapazitäts- und Terminplanungen werden präzisiert.

 

Die Sicherstellung von Personalressourcen innerhalb des Projektteams ist wesentlich in diesem Stadium. Auswirkungen aus situativer Verminderung der Teamkapazität auf den Projektverlauf (z.B. bei unerwarteter Auftragsflut bzw. Urlaubszeit) werden eingeschätzt.

 

Das Pilotprojekt hat zutage gefördert, wie die Produkte strukturiert werden, um Erfolg zu generieren. Selbst die Abwicklung von Aufträgen und die Pflege der Moduln ist schon in der Praxis möglich. Einige Unternehmen belassen es bei diesem Status. Andere streben eine IT-Lösung auf Basis eines Standardprodukts an. Ein derartiges Standardprodukt kann ein ERP-System sein oder eine Konfigurator-Software. Insbesondere bei lokationsübergreifenden Lösungen bieten sich solche Systeme an, denn die Aspekte "Vernetzung" und "Kollaboration" sind hier schon weitestgehend gelöst.

 

Der Berater unterstützt die Projektleitung und die Geschäftsführung mit Beobachtungen und Vorschlägen zum Projekt. Ziel ist es, aus dem Projekt einen „Selbstläufer“ zu machen. Dann kennt jeder seinen Platz im Projekt, im Unternehmen und seine Verantwortung. Und die Projektarbeit ist nicht begrenzt auf die Vor-Ort-Termine des Beraters. Denn vor Allem zwischen den Terminen wird viel geleistet. Wir nennen dieses Modell „projektbegleitende Beratung“.

 

Im Projektverlauf wird das Berichtswesen weiter ausgebaut, das die Erfolgssteuerung ermöglicht. Die periodische Erstellung der Berichte erfolgt weitgehend automatisiert; besondere Aufmerksamkeit gilt der Berichtsfrequenz und der Festlegung des Verteilers. Kriterien sind festzulegen für die Fälle, in denen die Kennwerte beginnen, negative Tendenz zu zeigen. Erst dann entsteht Handlungsbedarf.

 

Das Projekt läuft relativ kurz, wenn die Arbeitsergebnisse in das vorhandene ERP-System integriert werden können (häufig der Fall) und länger, falls der Konfigurator, eine CRM-Komponente, PLM und ERP miteinander Daten austauschen.

 

STAMOD-Projekte sind scheinbar einfach, jedoch in Wahrheit ziemlich komplex. Grund: alle wesentlichen Bereiche des Unternehmens müssen andere Arbeitsweisen erlernen, praktizieren und verankern. Das dauert Monate - in manchen Fällen Jahre. Die begleitende Messung der Effizienz gibt dem Team und der Geschäftsführung Sicherheit.

 

Beratungsumfang: Typischerweise 40-50 Tage, 1-2 Termine pro Monat. Das bisher größte IBF-Projekt STAMOD umfasste 150 Beratungstage (Firmengruppe; 6 Standorte).

 

 

Sachnummer (SNUM): dem Team aus Konstruktion, ggf. Einkauf, Vertrieb wird der neue Nummerntyp im Vergleich zum bestehenden erläutert und diskutiert. Die praktizierten Methoden zur Wiederholteilsuche werden beleuchtet und diskutiert. Die Einführung der Zählnummer wird geplant (ERP-Systemhaus einbinden) und realisiert. Parallel dazu wird die Entwicklung des Klassensystems begonnen (Unterstützung durch kostenfreie IBF-Tools). Es wird ein Normenbeauftragter benannt, der verantwortlich ist für Pflege und Weiterentwicklung des Klassensystems.  

 

Erfahrungsgemäß ist die sog. "Nachklassifizierung" der aufwändigste Projektteil: nachdem die Klassifizierung steht, wird sie in das Trägersystem eingebracht (z.B. ERP). Nun könnte man suchen - würde aber nichts finden. Das liegt daran, dass bisher noch kein Materialstamm seine Klasse kennt. Die Aufgabe ist also, alle Mat.-Stämme nachzuklassifizieren. Nach ca. einem Monat kann das Klassensystem stehen; die Nachklassifizierung des ERP-Bestands kann mehrere Monate beanspruchen. Die Vergabe der Zählnummer erfolgt währenddessen vollautomatisch. Schon damit können einige Prozesse vereinfacht werden.

 

Beim typischen Maschinenbauer werden ca. 50.000 bis 70.000 Materialstamm-Sätze geführt. Unser bisheriger "Rekord" liegt bei 2,1 Mio. Mat.-Stämmen. Wir haben Methoden gefunden, die den Umfang strukturieren und Erfolge verifizieren lassen, aber es werden im Schnitt ca. 3 Mannmonate auf Kundenseite. Auch gibt es Softwaretools, die besagte Arbeit erleichtern. 

 

Beratungsumfang: ca. 20 Tage (Normalfall); Projektbegleitung

 

Neuorientierung CAD/PDM: Nach der Orientierungsphase (Typ 2) wird das Projektteam konstituiert. Es besteht aus IT, Konstruktion, ggf. Projektierung. Das Zielsystem für das neue Systempaar CAD/PDM wird aufgestellt. Der Begriff "Zielsystem" weist hin auf die eingesetzte Methode: Nutzwertanalyse (NWA). Im team wird die Gewichtung der einzelnen Aspekte vorgenommen.

 

Fallstudien zum Test der Leistungsfähigkeit der Systeme werden definiert. Bis jetzt ist die Vorgehensweise noch system- und anbieterneutral. Nun werden die infrage kommenden Systeme und die Anbieter identifiziert (Empfehlung: möglichst wenige, also 2-3). Sie erhalten die Unterlagen zur Fallstudie (erfahrungsgemäß ca. 10 Einzelaufgaben).

 

Im Rahmen von eintägigen Workshops zeigen die Anbieter die Leistungsfähigkeit ihrer Systeme  - anhand der Fallstudie. Danach erfolgt über die NWA die Bewertung der Anbieter/Systeme. Der technische Favorit für das Systempaar ergibt sich daraus. "Technisch" meint, daß Preise und Konditionen noch einbezogen werden müssen. Die Verschmelzung Preis/Leistung ergibt die Entscheidungsvorlage.

 

Die verschiedenen Anbieter haben Angebote vorgelegt, bei deren Inhaltsanalysen wir den Kunden unterstützen. So werden die Angebote vergleichbar, weil gleich strukturiert. Nach der Entscheidung für den Anbieter mit seinem System finden Verhandlungen statt. Erfahrungswert: 3-4 Termine bis zum Abschluß.

 

Die Detailplanung der Systemablösung mit dem Anbieter ist ein weiterer Schritt, bei dem Beratung nützlich ist. Bei dem Abgleich von Schulungen, Installationen, Übernahme von CAD- und PLM-Altdaten (Konvertierungsproblematik!) sind Fehltritte möglich und an der Tagesordnung.

 

Der Einstieg in die CAD-PLM-Umstellung muß gesteuert erfolgen, weil viele Bereiche eng miteinander verzahnt sind: Projektierung, Entwicklung und Auftragskonstruktion zum Beispiel.

 

Schließlich muß ein Berichtswesen implementiert werden. Es bildet den Ausbreitungsfortschritt Neusystem/Altsystem ab, gibt Aufschluß über die Produktivitätsentwicklung CAD und sendet Signale bei Handlungsbedarf.

 

Beratungsumfang: ca. 30-40 Manntage; Dauer: ca. 2 Jahre (Beispiel: Maschinenbauer mit ca. 1.200 Mitarbeitern)

 

 

  

 

 

Kontakt

IBF Stuttgart
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Bernsteinstr. 120
70619 Stuttgart

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T: +49(0)711-2488-698
F: +49(0)711-2488-765

 

Erreichbarkeit

  • Jederzeit: E-Mail an d.franz@ibfstuttgart.de mit Ihrer Angabe zum Medium (Telefon oder E-Mail) sowie gewünschtes Zeitfenster zur Rückantwort.
  • Montag bis Freitag: 09:00-18:00 Uhr: Tel. +49(0)711-2488-698