Slideshow Aktuell

Produktentwicklung mal anders

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Eine Maschine ist aufgebaut aus verschiedenen Moduln. Jeder davon repräsentiert eine Funktion. Jede Funktion ist für den Kunden von einer bestimmten Wichtigkeit. Jeder Modul verursacht bestimmte Kosten (Material, Montage). Nun ist es nicht mehr weit bis zum Gedanken, eine Maschine nicht mehr als Ganzes, sondern modulweise weiter zu entwickeln.

Damit stellt sich die Frage: mit welcher Dringlichkeit muß welcher Modul weiter entwickelt werden - ein Entwicklungsplan ist nötig. Hier offenbart ein Blick auf Wettbewerbsprodukte , dass auch dort vergleichbare Funktionen angeboten werden. Ein geübter Blick  auf die Wettbewerbsmaschinen (bei Messen etwa) zeigt für deren Baugruppen, wo hier die Funktionalität und die Kosten im Vergleich zum eigenen Produkt liegen.

Die Entwicklungsziele für jeden Modul lassen sich nun quantitativ fassen: z.B. "Funktionalität erhöhen um 2 zusätzliche Funktionen, Kosten verringern um 15%". Den Rest - Priorität der Entwicklungsmaßnahme - besorgt die Gewichtung der Modulfunktion aus Sicht des Kunden. Man wird also den Modul mit dem größten Rückstand an Funktionalität und den größten Kostennachteilen zuerst angehen. So wird es möglich, dass mit überschaubarem Aufwand Wettbewerbsvorteile realisiert werden. Noch einmal: der Grundgedanke der Methodik ist, nicht die ganze Maschine, sondern die wichtigsten Moduln nach Plan und schrittweise weiter zu entwickeln! Die Methodik selbst trägt Züge der Nutzwertanalyse (NWA) und "Quality Function Deployment" (QFD).

Innerhalb des eigenen Portfolios kann so z.B. die 4.0 - Ertüchtigung von Moduln, etwa über zusätzliche Sensorik, unterstützt werden (mehr Funktionalität). Auch die Zusammenfassung von Moduln, deren Funktionen ähnlich oder gleich sind, wird erleichtert. Als ein weiterer wesentlicher Gewinn erscheint die Transparenz, die zwischen Entwicklung, Vertrieb und Controlling gefördert wird. Bereichsübergreifender Teamgeist wird gestärkt.

Bemerkenswert

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Tauscht man sich mit verantwortlichen Managern über das Thema "Standardisierung, Modularisierung und Variantenmanagement" aus, so entsteht oft der Eindruck, dieses Thema sei abgehakt. Alles im Griff und schon lange gängige Praxis. Und dann so etwas: am 21.02.17 veranstaltete der VDMA seine sechste (!) Tagung zu diesem Thema. Nicht einige wenige, endlich aufgewachte, Nachzügler nahmen teil. Nein: das Tagungszentrum war bis auf den letzten Platz mit 180 zahlenden Teilnehmern (400-600 € Gebühr) besetzt. Der Veranstalter hatte offensichtlich ins Schwarze getroffen.

Unsere Deutung: der Modularisierungs-Durchdringungsgrad des Maschinenbaus ist wesentlich geringer als die eigene Einschätzung dessen. Oder im Unternehmen gibt es vergessene Projekt-Ruinen - abgebrochene Versuche also -  von denen nur noch der Name "Modularisierung" in Erinnerung blieb. Das Thema wurde wohl sträflich unterschätzt. Nichts spricht aber dagegen, nach vergangenen Fehlschlägen einen neuen Anlauf zu wagen. Eigentlich gibt es keine andere Wahl... 

Industrie 4.0 schafft neue Softwaregattungen

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 SAP zeigt mit „Open integrated Factory“ neue Lösungen und Konzepte auf.  Siemens  erweitert mit „Mind Sphere“ das PLM-Anwendungsportfolio. PTC verfolgt Konzepte wie „Thing Worx“, Trumpf steigt mit „Axoom“ in die Industrie 4.0-Welt ein. Dies ist der  Anfang einer Umwälzung in den IT-Anwendungswelten.

  Bisher ist die Betriebswirtschaft mit Material- und Zeitwirtschaft das „Territorium“ von ERP. Die Produktentwicklung bildet den Schwerpunkt von PLM/CAD. Materialwirtschaft und PLM sind einander fremd; ähnlich ist es mit Entwicklung und ERP.

  Aber: unter dem Einfluss von Industrie 4.0 beginnen die Grenzen zwischen den  wichtigsten IT-Systemarten sich aufzulösen. So zeigen sich Ansätze, die PLM ausdehnen auf Produktion, Fertigungssteuerung, Materialwirtschaft. Umgekehrt greifen neue ERP-Konzepte auf PDM und CAD über. Offene Portale spielen eine zunehmend wichtige Rolle.

  Die Fertigungssteuerung bleibt nicht länger nur Exekution der Fertigungsplanung. Die werkstück-autonome Steuerung der  Produktion erfordert ereignisorientiertes Reagieren auf Statusänderungen – eine Art „Industrie-Betriebssystem“ für das gesamte Geschehen vom Angebot bis zum produktiven Einsatz des Produkts – mit Service und Entsorgung. Ganz neuartige Systemkonzepte erwarten uns. Vielleicht wird in absehbarer Zeit die Unterscheidung zwischen PLM und ERP überflüssig…

 

Industrie 4.0 und Liefertermin

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Die Vision von Industrie 4.0 schließt ein, daß Werkstücke ihre Identität mit sich führen. Auch Informationen über ihren Bearbeitungsstand sind ihnen aufgeprägt.

Die Bearbeitung wird repräsentiert über NC-Teileprogramme (NC-TP). Wesentliche Inhalte sind Geometrie, Technologie und Schaltanweisungen. NC-TP gelten für bestimmte Werkzeugmaschinen (WZM), also z.B. für ein Bearbeitungszentrum. Ein NC-TP ist eigentlich ein Arbeitsplan. Für eine Fabrik mit mehreren WZM erfordert dies die Kenntnis aller für ein Werkstück relevanter WZM mit Arbeitsräumen und Werkzeugen.

Im Allgemeinen kann ein Werkstück über verschiedene WZM gefertigt werden. Daher sind entsprechend alternative NC-TP vorzuhalten. Und schließlich: damit ein Werkstück autonom von WZM zu WZM navigieren kann, sind auch Programme für die Automation an der WZM und den Transport zwischen WZM erforderlich.

Die Erfüllung der 4.0-Vision erfordert also ein komplettes digitales Abbild des gesamten Produktionsgeschehens der gesamten Fabrik – und zwar in Echtzeit.

Da sich dieses Abbild ständig ändert – Werkstücke melden sich „fertig“ oder neue werden eingelastet oder Störungen verändern Warteschlangen vor den Maschinen - , erscheint eine präzise Aussage zum Lieferzeitpunkt problematisch. Diese permanente Veränderung der Planungsgrundlagen bildet u.E. eine Herausforderung der autonomen Fabrik.  

 

Kontakt

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T: +49(0)711-2488-698
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Erreichbarkeit

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