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Künstliche oder natürliche Intelligenz?

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Alle reden von künstlicher Intelligenz (KI). Ganz gleich, was man darunter versteht: der Einsatz natürlicher Intelligenz (NI) verspricht gerade im Maschinen- und Anlagenbau schnellen Erfolg. Wer Standardisierung und Modularisierung vorantreiben will, kommt nicht um den Einsatz von NI herum.

Das zeigt schon eine kritische Betrachtung des Iststandes bei der Organisation der Produkte und wesentlicher Prozesse. Mit der Beantwortung weniger Fragen tritt sofort das ganze Debakel zutage. Nicht selten wird dabei erkannt, daß der Einsatz eines Konfigurators in weite Ferne rückt. Oder es wird einfach die Preisliste über den Konfigurator abgeschrieben. Das aber ist bei Weitem viel zu kurz gesprungen. 

Unser Glaube an die Wunderwirkungen von Software ist begrenzt. Wir wollen die rasche Umwälzung ("Revolution") von Informationen und Prozessen im gesamten Unternehmen.  Dafür ist ein klares, verständliches Konzept erforderlich. Wir entwerfen es mit dem Kunden, bis es - mittels NI - verstanden, begriffen  worden ist.  

Im Ergebnis sind Margen-Verbesserungen von 20-40% erzielbar und leicht messbar. Das Personal orientiert sich über weite Strecken neu. 

Organisation, Methoden und Verfahren treten an die Stelle von Software-Features:

 

  • Neue Strukturen für existierende Produkte werden entwickelt,

 

  • Neue Abläufe werden entwickelt und unmittelbar erprobt,

 

  •  Das Tempo macht der Kunde, 

 

  • Produkt-Anpassungen nach Kundenwunsch bleiben möglich - bis hin zu Sonderkonstruktionen.

 

  • Interdisziplinärer Ansatz: Mechanik, Elektrik, Software, Fluidik, Leistungen.

 

  • Umfasst die Bereiche Vertrieb, Controlling, Konstruktion, Entwicklung, Mat.-Wirtschaft, Produktion.

 

  • Entscheidungsfreiheit (Ja/Nein, welches) bei Investitionen in Software und Systeme,

 

  • Stufenweiser Auf- und Ausbau, mit Erfolgskontrolle und –Steuerung von Anfang an.

 

Die IBF-Methodik senkt die Einstiegsschwelle, die Projektdauer und die Risiken drastisch. Das Personal agiert nach einem "verstandenen" Ziel und Plan.   

 

Kellerkind der Ingenieure (1)

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Hier soll der Versuch unternommen werden, Interesse für ein Kellerkind der Ingenieurwissenschaften zu wecken. Es geht um die Sachnummer, auch Artikel- oder Materialnummer.

Sie ist der Schüssel, über den auf Materialdaten (auch Stammdaten, Grunddaten) zugegriffen wird.

Lange schon überfällig, kam die Erkenntnis auf, daß die Qualität der Grunddaten entscheidet über die Aussagekraft von Auswertungen wie: welche Materialien werden eingekauft, zu welchem Wert? Oder: welche kommen aus eigener Fertigung? Wie hoch sind deren Herstellkosten?

Sind also die Daten – etwa Einkaufspreise - veraltet, so führt eine Auswertung in die Irre. Erst in den letzten Jahren wurde die Bedeutung der Datenqualität thematisiert. Es entstanden Problemkreise wie „Grunddaten-Management“ und wurden angegangen.

Die Sachnummer steht also im Kontext von durchaus bedeutsamen, strategischen Ziel- und Umsetzungen. Indessen wird sie von Ingenieuren wie von Kaufleuten mit sehr spitzen Fingern angefaßt. Vielleicht steht die intensive Beschäftigung mit Sachnummern und Grunddatenmanagement nicht im Ruf, karrierefördernd zu sein. Gleichwohl können damit eindrucksvolle, nachweisbare Erfolge erzielt werden. Doch mehr darüber später.

Wenden wir uns zunächst dem typischen Iststand zu. Manche Unternehmen haben ihre Nummernsysteme über Jahre hinweg aufgebaut. Das Personal hat Anleitungen zum Interpretieren der Sachnummer verbreitet und verinnerlicht. Es schwört auf die Aussagekraft der eigenen Sachnummer. Die weitaus häufigste Gestalt einer Sachnummer sieht etwa so aus (Beispiel):

214461.0117

 Manche Nummern enthalten Buchstaben, mehrere Ziffernkolonnen, Trennstriche oder Leerstellen. Aber sie haben durchwegs einen sprechenden und einen zählenden Anteil. 

Der Zugriffsschlüssel auf einen Materialstamm ist das gesamte Gebilde aus beiden Anteilen, eingeschlossen den Punkt zwischen „1“ und „0“. Der Zugriff erfolgt also weder über "214461" noch über "0117", sondern über "214461.0117".

Häufig gibt der sprechende Anteil Auskunft über das Produkt, in dem der Artikel verbaut ist (etwa die erste Stelle; „2“. Die Gruppe „144“ könnte stehen für die Hauptbaugruppe (HBG) innerhalb des Produkts, die Ziffernfolge „61“ kann für die Unterbaugruppe (UBG) stehen, die zur HBG 144 gehört. Der  sprechende Anteil sagt dem also Leser schon einiges über das Material. Er ist hilfreich für mehrere Anwendergruppen:

  • Die Monteure für Haupt- und Unterbaugruppen des Produkts „2“ fühlen sich unterstützt.
  • Der Service weiß, wo das Material ausgetauscht werden muß.
  • Der Konstrukteur sieht der Nummer an, wo das Teil eingebaut ist und optimiert es.  

Die Zählnummer im Beispiel („0117“) sagt, daß in der Unterbaugruppe „61“ das Teil Nr. 117 gemeint ist. Ebenso ist klar, daß die BG mit 144 die UBG 61 einschließt. Und daß dieses Material zum Produkt „2“ gehört.

Nun gibt es Leute, die mit Produktstrukturen und deren Auf- und Umbau zu tun haben. Sie sehen leicht, daß der sprechende Anteil einem sogenannten „Teileverwendungsnachweis“ stark ähnelt. Der aber ist seit langem eine Standard-Funktionalität von ERP-, PDM- und CAD-Anwendungen.

 Es gibt auch Leute, denen an der Wiederverwendung von Teilen in verschiedenen Produkten, Haupt- und Unterbaugruppen gelegen ist. Ihnen ist der sprechende Anteil des beispielhaften Schlüssels ein großes Hindernis, dieses Ziel zu verfolgen.

 Es erscheint z.B. denkbar, das Teil „214461.0117“ auch im Produkt „4“ in der Hauptbaugruppe „25“ unverändert einzusetzen. Dann müßte der sprechende Anteil mit „425“ beginnen. Es ist aber dasselbe Material wie „214461.0117“. Es müßte also dieselbe Nummer tragen. Nun sitzt man in der Falle: eines der widerstreitenden Prinzipien muß über Bord geworfen werden. Entweder

  • die Verwendung im sprechenden Anteil stimmt, oder
  • identisches Material muß dieselbe Sachnummer führen, egal in welcher Verwendung.   

Meist ist das zweite Prinzip stärker: die Nummer des Wiederholteils bleibt auch bei Verwendung in anderen Umgebungen unverändert. Bei flüchtigem Überschlagen von Stücklisten fällt der Blick sofort auf Materialschlüssel mit abweichenden, sprechenden Anteilen. Sie zeigen genaugenommen auf die erstmalige Verwendung des Teils. Und: es handelt sich um ein Wiederholteil, da es in anderer Umgebung verwendet wurde. 

Betrachtet man den Iststand in vielen Industrieunternehmen, so ergibt sich ein ähnliches Bild. Der Aufbau der Sachnummer datiert meist aus der Zeit vor Einführung der EDV. Dieser Nummerntyp ist schlicht nicht zukunftsfähig. Der bis hierher beschriebene Sachnummerntyp wird "Verbundschlüssel" genannt, weil sprechender und zählender Anteil fest verbunden sind - selbst der Trennungspunkt gehört häufig zur Nummer! 

Der sprechende Anteil wird i.d.R. manuell vergeben. Da aber jedes Teil benummert werden muß, müssen 100% aller Nummern manuell vergeben werden. Eine automatische Nummernvergabe ist damit blockiert. Eigentlich ist ein sprechender Anteil nur bei Wiederholteilen erforderlich - und das sind weitaus weniger als 100% aller Neuteile.

Im nächsten Beitrag stellen wir praxiserprobte Ansätze und Methoden vor, die aus der Sackgasse führen.

Kellerkind der Ingenieure (2)

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Im vorigen Beitrag wurde die Sachnummer behandelt. Der weit verbreitete Nummerntyp „Verbundschlüssel“ wurde vorgestellt und analysiert am Beispiel:

214461.0117

Das gesamte Gebilde ergibt die Ident-Nr. eines Materials. Schon in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden die Begrenzungen dieses Nummerntyps erkannt. Schließlich wurde der Ausweg gefunden: das „verbunden sein“ beider Nummernteile wurde aufgehoben – sie wurden voneinander getrennt.

 So entstand einerseits ein selbständiger sprechender Anteil und andrerseits die autonome Zählnummer. Letztere identifiziert eindeutig ein Material innerhalb des gesamten Bestands (typischerweise 20.000 bis 60.000 Materialstämme) eines Unternehmens.

 Der sprechende Anteil kann ausgerichtet werden auf das Ziel, Wiederholverwendung zu fördern. Dazu müssen in Funktion und Geometrie ähnliche Teile zusammengefasst werden. Das geschieht über Klassen Der sprechende Teil wird also ausgebildet als Klassifizierung. Da Wiederverwendung das Ziel ist, darf die Verwendung natürlich nicht Teil des sprechenden Teils sein, wie vom Verbundschlüssel gewohnt.

 Beim Nummern-Design für ein Unternehmen muss die Klassifizierung entworfen werden. Das erfolgt teils firmenspezifisch (Zeichnungsteile), teils übergreifend (Kaufkomponenten, Normteile). IT-technisch gesehen, ist die Zählnummer der Zugriffschlüssel zum Materialstamm. Die Klassifizierung ordnet das Material einer Klasse zu. Sie steht im Datenteil des Materialstamms. Diese Parallelisierung eröffnet viele Möglichkeiten. Hier einige davon:

  • Die Zählnummer kann vollautomatisch vergeben werden,
  • Ein Überlauf der Zählnummer ist ausgeschlossen,
  • Die Klassifizierung muss nur für Wiederholteile vergeben werden,
  • Die Klassifizierung kann angepasst werden (z.B. nach Fusion mit anderen Unternehmen),
  • Klassifizierung und Zählnummer eines Teils können gemeinsam angezeigt werden. So ergibt sich das gewohnte Bild aus sprechendem und zählendem Anteil.

 Die parallele Existenz beider Nummernteile gab diesem Nummerntyp den Namen „Parallelschlüssel“. Er kann formal genauso aussehen wie ein Verbundschlüssel, da die Anzeige im Trägersystem (ERP, PDM,…) gestaltbar ist. Allerdings hat der sprechende Anteil nun eine Bedeutung, die dem Ziel der Mehrfachverwendung folgt.

 Soll nun ein Parallelschlüssel an die Stelle des Verbundschlüssels treten, so sind drei wesentliche Komplexe abzuarbeiten:

  • Entwurf einer geräuschlosen Ablösestrategie alte/neue Nummer,
  • Entwicklung und Implementation der Klassifizierung,
  • Ausbreiten der Klassifizierung über den existierenden Materialbestand.

 Randthemen wie Schlagwörter, Synonyma, Sachmerkmalleisten, Wahl des IT-Trägersystems usw. sind Nebenaspekte der drei Komplexe. Daher werden sie hier nicht behandelt.

PROCAD: neue Eigentümer

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PROCAD, Entwickler und Anbieter der PDM-Lösung PRO.FILE, hat einen Investor gefunden. Der neue Mehrheitseigentümer heißt LEA Partners und hat seinen Sitz in Karlsruhe - genau wie PROCAD. Viele der LEA-Partner sind Absolventen des KIT (Karlsruhe Institute of Technology).

Der bisherige Geschäftsführer und Gründer von PROCAD, Volker Wawer, verbleibt in seiner Funktion. Wawer hatte PROCAD übernommen, als die bisherigen Gesellschafter - darunter ISYKON und EXAPT - ausgestiegen waren. Auch ein personeller Aderlass in Richtung SAP konnte Wawer nicht beirren: er führte PROCAD sehr erfolgreich zu seiner heutigen Bedeutung.

Bei PROCAD hatte man schnell die Verwandtschaft zwischen PDM und DMS (Document Management System) erkannt und das System auch in diese Richtung weiterentwickelt. So wurde die Lösung auch im Versicherungswesen und in Verwaltungen eingesetzt.

Wir wünschen PROCAD weiterhin viel Erfolg beim Spiel in der Mittelstands-Liga von PDM.

Kontakt

IBF Stuttgart
Dr.-Ing. Dieter Franz

Bernsteinstr. 120
70619 Stuttgart

info@ibfstuttgart.de

T: +49(0)711-2488-698
F: +49(0)711-2488-765

 

Erreichbarkeit

  • Jederzeit: E-Mail an d.franz@ibfstuttgart.de mit Ihrer Angabe zum Medium (Telefon oder E-Mail) sowie gewünschtes Zeitfenster zur Rückantwort.
  • Montag bis Freitag: 09:00-18:00 Uhr