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Kellerkind der Ingenieure (2)

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Im vorigen Beitrag wurde die Sachnummer behandelt. Der weit verbreitete Nummerntyp „Verbundschlüssel“ wurde vorgestellt und analysiert am Beispiel:

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Das gesamte Gebilde ergibt die Ident-Nr. eines Materials. Schon in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden die Begrenzungen dieses Nummerntyps erkannt. Schließlich wurde der Ausweg gefunden: das „verbunden sein“ beider Nummernteile wurde aufgehoben – sie wurden voneinander getrennt.

 So entstand einerseits ein selbständiger sprechender Anteil und andrerseits die autonome Zählnummer. Letztere identifiziert eindeutig ein Material innerhalb des gesamten Bestands (typischerweise 20.000 bis 60.000 Materialstämme) eines Unternehmens.

 Der sprechende Anteil kann ausgerichtet werden auf das Ziel, Wiederholverwendung zu fördern. Dazu müssen in Funktion und Geometrie ähnliche Teile zusammengefasst werden. Das geschieht über Klassen Der sprechende Teil wird also ausgebildet als Klassifizierung. Da Wiederverwendung das Ziel ist, darf die Verwendung natürlich nicht Teil des sprechenden Teils sein, wie vom Verbundschlüssel gewohnt.

 Beim Nummern-Design für ein Unternehmen muss die Klassifizierung entworfen werden. Das erfolgt teils firmenspezifisch (Zeichnungsteile), teils übergreifend (Kaufkomponenten, Normteile). IT-technisch gesehen, ist die Zählnummer der Zugriffschlüssel zum Materialstamm. Die Klassifizierung ordnet das Material einer Klasse zu. Sie steht im Datenteil des Materialstamms. Diese Parallelisierung eröffnet viele Möglichkeiten. Hier einige davon:

  • Die Zählnummer kann vollautomatisch vergeben werden,
  • Ein Überlauf der Zählnummer ist ausgeschlossen,
  • Die Klassifizierung muss nur für Wiederholteile vergeben werden,
  • Die Klassifizierung kann angepasst werden (z.B. nach Fusion mit anderen Unternehmen),
  • Klassifizierung und Zählnummer eines Teils können gemeinsam angezeigt werden. So ergibt sich das gewohnte Bild aus sprechendem und zählendem Anteil.

 Die parallele Existenz beider Nummernteile gab diesem Nummerntyp den Namen „Parallelschlüssel“. Er kann formal genauso aussehen wie ein Verbundschlüssel, da die Anzeige im Trägersystem (ERP, PDM,…) gestaltbar ist. Allerdings hat der sprechende Anteil nun eine Bedeutung, die dem Ziel der Mehrfachverwendung folgt.

 Soll nun ein Parallelschlüssel an die Stelle des Verbundschlüssels treten, so sind drei wesentliche Komplexe abzuarbeiten:

  • Entwurf einer geräuschlosen Ablösestrategie alte/neue Nummer,
  • Entwicklung und Implementation der Klassifizierung,
  • Ausbreiten der Klassifizierung über den existierenden Materialbestand.

 Randthemen wie Schlagwörter, Synonyma, Sachmerkmalleisten, Wahl des IT-Trägersystems usw. sind Nebenaspekte der drei Komplexe. Daher werden sie hier nicht behandelt.

 

 

 

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